Tipps für Senioren zum Wohnen mit guter Beleuchtung

Ab dem 35. Lebensjahr benötigen die Augen zunehmend mehr Licht. Mit Mitte 50 brauchen sie ein Vielfaches der Beleuchtungsstärke junger Jahre. Durchdachte Lichtkonzepte können Seheinschränkungen ausgleichen und die Sturzgefahr in den eigenen vier Wänden reduzieren.

Alltägliche Tätigkeiten wie das Lesen von Zutatenlisten, das sichere Treppensteigen oder nächtliches Autofahren werden mit zunehmendem Alter schwieriger. Der Grund: Das Sehvermögen verändert sich schleichend, bereits früher als viele denken.

Lichtstärke an Sehkraft anpassen

Während sich die Sehkraft der Bewohner verschlechtert, bleibt die Beleuchtung in vielen Wohnungen unverändert. Dabei lassen sich altersbedingte Veränderungen durch höhere Beleuchtungsstärken ausgleichen. Ein heller Arbeitsplatz in der Küche oder eine gut beleuchtete Leseecke verringern die Augenermüdung erheblich.

Der Lumen-Wert auf der Verpackung von Leuchtmitteln gibt die Helligkeit an. Eine herkömmliche 60-W-Glühbirne entspricht 700 bis 750 Lumen. Für Senioren sollten die Werte entsprechend höher gewählt werden.

Blendung durch Lichtkonzept vermeiden

Mit dem Alter reagieren die Augen empfindlicher auf Blendung und starke Kontraste. Beim nächtlichen Autofahren beeinträchtigt der Gegenverkehr das Sehen umso stärker, je heller und näher die Lichtquelle ist.

In der Wohnung stört grelles Licht, während dunkle Ecken zur Stolperfalle werden. Große Helligkeitsunterschiede führen dazu, dass sich die Augen an hellere Bereiche anpassen und Details in dunklen Zonen nicht mehr erkennen. Die Kombination aus indirekter und direkter Beleuchtung verhindert Blendung.

Indirekte Beleuchtung entsteht, wenn Licht an Decke oder Wandflächen strahlt und von dort reflektiert wird. Lichtquellen sollten abgeschirmt werden, um Blendung und Spiegelungen zu vermeiden.

Farbwiedergabe beachten

Das Farbsehen lässt durch Linsentrübung nach. Daher ist eine gute bis sehr gute Farbwiedergabe des Leuchtmittels wichtig. Der Ra-Wert gibt Auskunft über die Farbwiedergabe – je höher, desto besser. Er sollte mindestens 80 betragen.

Orientierung in der Nacht

Für nächtliche Gänge eignen sich Orientierungslichter für die Steckdose mit Bewegungs- und Helligkeitssensor. Sie schalten nur bei Dunkelheit und tatsächlichem Bedarf ein. LED-Streifen an Treppenstufen erhöhen die Sicherheit und lassen sich einfach nachrüsten.

Durchdachte Beleuchtungskonzepte reduzieren die Sturzgefahr und bringen mehr Sicherheit und Komfort in den Alltag.