Was passiert, wenn man keine DGUV Prüfung macht?

Was passiert, wenn man keine DGUV Prüfung macht? Die Risiken im Überblick
Wer in Deutschland einen Betrieb führt, trägt die Verantwortung für die Sicherheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein zentraler Baustein des Arbeitsschutzes ist die DGUV Vorschrift 3 (früher BGV A3). Sie verpflichtet Unternehmen, alle elektrischen Betriebsmittel, Anlagen und Maschinen regelmäßig durch eine Fachkraft prüfen zu lassen.
Trotzdem wird die DGUV Prüfung in vielen Betrieben aus Zeit- oder Kostengründen aufgeschoben. Doch was passiert eigentlich, wenn man diese Prüfung einfach ignoriert? Die Konsequenzen reichen von hohen Bußgeldern bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes.
1. Verlust des Versicherungsschutzes im Schadensfall
Tritt ein Brandschaden oder ein Personenschaden durch ein defektes Elektrogerät ein, fordert die Gebäude- oder Betriebshaftpflichtversicherung umgehend die Prüfprotokolle der DGUV V3 an.
Können Sie diese Dokumente nicht lückenlos vorlegen, gilt das als grobe Fahrlässigkeit. Die Folge: Die Versicherung verweigert die Regulierung des Schadens teilweise oder vollständig. Die finanziellen Schäden – zum Beispiel nach einem Kabelbrand – müssen Sie in diesem Fall aus eigener Tasche zahlen.
2. Bußgelder und rechtliche Konsequenzen
Die DGUV V3 ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern durch das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sowie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) gesetzlich verankert.
- Ordnungswidrigkeit: Das Ignorieren der Prüfpflicht gilt als Ordnungswidrigkeit. Die Gewerbeaufsicht oder das Amt für Arbeitsschutz können bei Überprüfungen hohe Bußgelder von bis zu 10.000 Euro verhängen.
- Strafrechtliche Haftung: Kommt es durch ein ungeprüftes Gerät zu einem Unfall mit Personenschaden, droht der Geschäftsführung oder den Sicherheitsbeauftragten ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Tötung. Hier drohen Geld- oder Freiheitsstrafen.
3. Betriebsausfälle und teure Reparaturen
Regelmäßige Prüfungen dienen nicht nur dem Personenschutz, sondern auch dem Materialerhalt. Elektrische Defekte kündigen sich oft durch Verschleiß, Überhitzung oder Isolationsfehler an. Werden diese bei einer DGUV V3 Prüfung frühzeitig erkannt, lassen sie sich mit geringem Aufwand beheben.
Ohne Prüfung bleiben Defekte unbemerkt, bis das Gerät oder die gesamte Anlage ausfällt. Ungeplante Stillstände in der Produktion oder im Bürobetrieb verursachen meist deutlich höhere Kosten als die eigentliche Inspektion.
4. Haftung für Geschäftsführer und Führungskräfte
In Unternehmen kann die Verantwortung für den Arbeitsschutz nicht einfach ignoriert werden. Die Pflicht zur Unfallverhütung liegt direkt bei der Geschäftsführung. Wird die DGUV Prüfung versäumt, greift im Schadensfall häufig die persönliche Haftung der Verantwortlichen (Organhaftung).
Wie oft muss geprüft werden?
Die Prüffristen richten sich nach der Art der Geräte und den Umgebungsbedingungen:
- Ortsveränderliche Geräte (z. B. Laptops, Kaffeemaschinen, Werkzeuge): in der Regel alle 6 bis 24 Monate.
- Ortsfeste Anlagen und Maschinen (z. B. Verteilungen, Produktionsstraßen): in der Regel alle 1 bis 4 Jahre.
Eine genaue Frist wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung durch eine Elektrofachkraft festgelegt.
Fazit: Vorbeugen ist günstiger als haften
Die DGUV Prüfung abzusagen oder aufzuschieben, spart kurzfristig zwar geringe Kosten, stellt jedoch ein unkalkulierbares Geschäftsrisiko dar. Lückenlose Dokumentation und fristgerechte Prüfungen sichern Ihr Unternehmen gegen Haftungsansprüche ab, schützen Ihr Team und gewährleisten den reibungslosen Betriebsablauf.
Sie benötigen Unterstützung bei der DGUV V3 Prüfung in Ihrem Betrieb?